Wing Chun

Bei Wing Chun handelt es sich um eine chinesische Kampfkunst. Das Wing Chun gehört zu der Familie des Kung Fu und der Name entstammt dem Kantonesischen.

Wing Chun Stile

So mancher hat sich bestimmt schon über die unterschiedlichen Schreibweisen gewundert. Diese sind zum einen auf die fehlende Möglichkeit einer exakten Übersetzung, als auch auf die Anzahl unterschiedlicher Verbände zurückzuführen.

Die in Europa und den USA üblichsten Schreibweisen für Wing Tsun sind:

  • Wing Tsun (W.T.)
  • Ving Tsun (V.T.)
  • Wing Tzun
  • Wing Chung
  • Wing Shun
  • Wing Tsung
  • Wyng Tjun
  • Ving Chun (VC)
  • Wing Chun (WC)

Über die Entstehung von Wing Chun gibt es zahlreiche Überlieferungen und Vermutungen. Die meisten werden vermutlich nicht der Wahrheit entsprechen, was aber aufgrund des Alters der Kampfkunst auch nicht verwunderlich ist. So berichten manche Personen, dass Wing  Chun von einer Nonne entwickelt wurde. Dies ist die zurzeit verbreitetste Überlieferung und soll den weichen Stil des Wing Chun erklären. Aufgrund der Ähnlichkeit zu dem Thai Boxen gehen andere Personen davon aus, dass ein Teil der heutigen Techniken aus dieser Kampfkunst übernommen wurde. Der Ursprungsort des Wing Chun gilt als relativ sicher: Das berühmte Shaolin-Kloster.

In Europa etablierte sich Wing Chun erst in den letzten Jahrzehnten. Am weitesten verbreiten ist wohl die EWTO. Es gibt jedoch zahlreiche weitere Verbände, welche sich einer immer größer werdenden Beliebtheit erfreuen. So gibt es neben der EWTO auch noch EBMAS, WT-Dynamics und viele mehr. Hierzu wird es später ausführlichere Informationen geben.

Ein Großteil der heute in Europa und den USA verbreiteten Wing Chun Varianten gehen auf den verstorbenen Großmeister Yip Man (1893-1972)  zurück.  Im Laufe seines Lebens unterrichtete er in Hong Kong zahlreiche Schüler. Yip Man starb mit 77 Jahren und hinterlies keinen Nachfolger, weshalb es nach seinem Tot zu Uneinigkeiten über dessen Nachfolge kam.

In Europa sind heute die bekanntesten Vertreter des Wing Chun:

  • Tsun Leung Ting
  • Kernspecht
  • Dragos
  • Emin Boztepe

Wing Chun Prinzipien

Wing Chun baut auf mehreren Prinzipien auf. Diese Wing Chun  Prinzipien sind die Grundlage des Denken und Handelns in dieser Kampfkunst. Das besondere daran ist, dass die Prinzipien recht allgemein gehalten sind und eher als Taktikt und Entscheidungshilfe dienen, anstatt vorgebene Handlungsempfehlungen zu oktoyieren. Durch die Einfachheit und Klarheit der Prinzipien, kann man stets bewusst handeln und ist sich dieser Handlungen auch bewusst. Werden die Prinzipien beachtet, so verhält man sich auch in vollkommen unbekannten Situationen richtig oder macht zumindest keine groben Fehler. Ein oft gemachter Fehler in Zusammenhang mit Wing Chun ist jedoch die Tatsache, dass WT keinesfalls schnell erlenbar ist – entgegen dem, wie es so oft dargestellt wird. So klar und einfach die Prinzipien in der Theorie sind, so komplex kann sich deren Ausprägung in Form einer realen Handlung darstellen.

Kraftprinzipien:

  • Befreie dich von deiner eigenen Kraft
  • Befreie dich von der Kraft deines Gegners
  • Nutze die Kraft des Gegners
  • Füge deine eigene Kraft hinzu

Kampfprinzipien:

  • Ist der Weg frei, stoß vor
  • Bekommst du Kontakt, bleib kleben
  • Ist der Gegner zu stark, weiche aus
  • Weicht der Gegner zurück, folge

Wing Chun Formen

Zur Gliederung der zahlreichen Bewegungsabläufe des Wing Tsun, wurden diese in sogenannte Formen unterteilt. Es handelt sich dabei um  festgelegte Abfolgen von Techniken, die jeder Schüler alleine übt.

Diese haben zum Ziel, die verschiedenen Bewegungen und Handlungsoptionen in klare Strukturen zu unterteilen. Dies wird vermutlich vor allem auf didaktische Gründe zurückgeführt. Daher kommt es auch, dass die unterschiedlichen Verbände unterschiedliche Formen haben.

Die Grundlage für ein gutes Wing Chun Training sind daher die Formen. Wer diese stetig und mit Konzentration übt, wird über kurz oder lang – egal in welchem Verband – zu einem guten WTler werden. Natürlich nicht nur durch dsa Training der Formen allein, doch dazu später mehr.

Es gibt drei waffenlose Formen:

Wing Chun Chi Sao

Chi Sao wird von vielen Wing Chun Kampfkünstlern als die Seele des Wing Chun bezeichnet und verdeutlicht die Bedeutung des Chi Sao für das WT. Chi Sao bedeutet “Klebende Hände” und ist eine Trainungsmethode zur Verbesserung der taktilen Fähigkeiten des Kämpfers. Ferner wird durch das Chi Sao Training auch die Standfestigkeit und das Gleichgewicht trainiert und die Wahrnehmung von Abständen geschärft. Durch stetiges üben entwickelt man während des Trainings ein immer besseres Gefühl für Lücken in der Deckung des Gegners und in der eigenen “Abwehr”. Chi Sao ist allerdings keine eigene Technik – was von manchen Personen falsch verstanden wird – sondern ledigleich eine weitere Trainingsmethode, welche auf den Ernstfall vorbereiten soll. Ein großer Vorteil des Chi Sao und der daraus resultierenden verbesserten taktilen Reaktionsfähigkeit ist die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Während eine Reaktion auf eine durch optische Sinne wahrgenommene Handlung relativ langsam ist, kann dieser Nachteil durch taktile Reflexe ausgelöste Reaktion erheblich schneller ausgeführt werden. Ziel des Chi Sao ist es, diese Fähigkeiten bei jedem Wing Chun Kampfkünstler stetig zu verbessern.

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