Chi Sao

Chi Sao Einführung

Chi Sao ist  eine besondere Trainingsform im Wing Tsun, welche auch als “Klebende Hände” bezeichnet wird. Ziel des Chi Sao ist es, das taktile Empfinden des Wing Tsun Schülers zu verbessern.

Das Training ist so aufgebaut, dass zwei Trainingspartner – anfangs mit einem, später mit beiden Armen – ihre Arme stets  an denen des Gegners haben. Durch Veränderungen im Druck muss der Trainingspartner auf die sich änderne Zentrallinie (konkret in diesem Fall: “Kraftlinie”) reagieren und die eigenen Kraftlinie anpassen. Durch das Chi Sao Training lernt der Schüler Veränderungen im Angriff des Gegners intuitiv auf der taktilen Ebene wahrzunehmen und daraufhin zeitnah zu reagieren. Insbesondere dem Chi Sao ist es zu zuschreiben, dass man in einem echten Kampf die Reaktionen und Aktionen eines guten Wing Tsung Profis meist kaum wahrnehmen kann.

Chi Sao ist ferner eine Brücke zum später folgendem Freikampf. Das Trainieren der Formen allein verbessert zwar die grundlegenden Fertigkeiten der Bewegungsabläufe und hilft ferner die Beweglichkeit zu verbessern, aber einen direkte Kampfbezug vermisst man gänzlich. Durch Chi Sao wird der Schüler näher an eine solche Situation herangeführt. Der direkte Kontakt zum Gegner erlaubt es dem  WTler in einer gestellten Situation die im Kampf auftretenden Kräfte besser einschätzen zu können. Wie bereits erwähnt, handelt es sich in Bezug auf diesen Punkt jedoch nur um eine Brücke hin zum Freikampf.

Chi Sao liefert auch einen Beitrag dazu, dass der Wing Tsun Schüler besser lernt, mit den in einem Kampf auftretenden Energien umzugehen. Er lernt die Kraft des Gegners für sich zu nutzen und gegen den Gegner einzusetzten.

Trainingsziele des Chi Sao

  • Reaktion durch Verbesserung des taktilen Empfindens verbessern.
  • Steigerung der Empfindsamkeit von Druckveränderungen in Bewegung.
  • Ökonomisierung der Bewegungsabläufe.
  • Verbesserung der Geschmeiditkeit und Flexibilität.
  • Grundlagen für instinktive Reaktionen vermitteln.
  • Verbessern der Koordination.
  • Verbessertes Timing.
  • Gefühl für Distanzen schärfen.
  • Stärkung des Standes und Verbesserung der Beinarbeit
  • Ausnutzen der Energie des Gegners
Dieses Chi Sao entwickelt:
1. Das Agieren und Reagieren aufgrund »taktiler Reize« ( Fühlen )
2. Die Steigerung der Empfindlichkeit gegenüber Veränderungen in Bewegung, Größe und Kraft
3. Exakte und ökonomische Bewegungen
4. Flexibilität
5. Instinktive Reaktionen
6. Steigerung von Koordination und weiterführenden Bewegungen
7. Timing.
8. Distanzgefühl
9. Beinarbeit
10. Die Anwendung von Winkelstellungen bei Abwehr und Angriff
11. Erhaltung und Ausnutzung von Energie
12. Die Prinzipien des “Lat Sao Jet Chung”

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Micha 22. Januar 2010 um 17:41

Hallo Boris,

hat sich ja optisch einiges getan – gefällt mir sehr gut :-)

Chi Sao: Für mich die eines der schönsten Elemente des Wing Tsun ->”Be Water my friend”

Werde übrigens sehr Zeitnah meine Gedanken zum Austritt von Sifu Victor aus der EWTO niederschreiben…..

Beste Grüsse

Boris 23. Januar 2010 um 08:35

Hallo Micha, danke für Dein Feedback! Das Design ist noch nicht final und nur eine Übergangslösung. Ab Mitte Februar geht es dann richtig rund. :-) Ich bin nur gerade dabei gewesen die neue Theme mal ein wenig zu testen – ich bin aber kein Designer und werde dies wohl auch nie werden. *g*

Boris 23. Januar 2010 um 10:28

Zum Chi Sao selbst: Auch wenn dies eine Form des Trainings ist welche sehr viel Spass macht, muss man auch hierbei bedenken, dass dies stets nur eine Vorbereitung auf eine Kampfsituation darstellt. Ich habe zahlreiche Schüler erlebt, welche das Chi Sao und das damit verbundene “weich werden” als Ziel an sich angesehen haben. Dies ist aber nach meiner Auffassung eine völlig falsche Interpretation. Man muss stets daran denken, dass das wichtigste Prinzip lautet: “Ist der Weg frei, stoß vor”. Weich sein und die Anwendungen des Chi Sao werden erst dann nötig, wenn der Weg nicht mehr frei ist und der Gegner stärker als man selbst.

Ein gutes “Kämpferherz” und bewusstes Agieren führt oftmals auch ohne jemals Chi Sao gemacht zu haben zum Erfolg in einer realen Situation. Eine ordentliche Grundlage durch stetiges Training der Siu Nim Tau und Chum Kiu bringt hier zunächst deutlich mehr – doch wer hat heute schon noch Lust zwei Jahre “nur” die ersten beiden Formen zu trainieren? Man will ja Techniker werden. ;-)

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